Niedersachsen verschiebt B1Das Niedersächsische Kultusministerium hat die Zielvorgaben für den Fremdsprachenerwerb in Französisch und Spanisch angepasst. Künftig sollen Schülerinnen und Schüler das Sprachniveau B1 nicht mehr am Ende der 10. Klasse, sondern erst zum Abschluss der Jahrgangsstufe 11 erreichen. Für das Ende der 10. Klasse gilt nun überwiegend das Niveau A2 als Zielvorgabe.

Begründet wird die Änderung damit, dass das Erreichen von B1 nach rund 300 Unterrichtsstunden in der Praxis an keiner Schulform realistisch gewesen sei. Anders als im Fach Englisch beginne der Unterricht in Französisch und Spanisch in der Regel deutlich später.

Nach Angaben des Kultusministeriums bedeutet die Anpassung jedoch keine generelle Absenkung der Anforderungen. Vielmehr würden Inhalte und Kompetenzen zeitlich anders verteilt und stärker in die Jahrgangsstufe 11 verlagert. Das Zielniveau B2 zum Abitur bleibt weiterhin bestehen.

Die Entscheidung dürfte auch Diskussionen über die Anschlussfähigkeit zwischen Schule und Hochschule auslösen – insbesondere in sprachbezogenen Studiengängen, die bislang bestimmte Vorkenntnisse voraussetzen (z. B., Hispanistik oder Galloromanistik). Gleichzeitig wirft die Anpassung grundsätzliche Fragen zur Realisierbarkeit curricularer Zielvorgaben, zur Unterrichtszeit und zur Progression im Fremdsprachenunterricht auf.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • B1 in Französisch und Spanisch künftig erst am Ende der 11. Klasse
  • Zielniveau am Ende der 10. Klasse: A2
  • Kultusministerium verweist auf fehlende Realisierbarkeit von B1 nach 300 Unterrichtsstunden
  • B2 zum Abitur bleibt weiterhin Zielvorgabe
  • Diskussionen über Auswirkungen auf Hochschule und Fremdsprachenunterricht erwartet

 


Quellen:
https://www.dieniedersachsen.de/bildung/niedersachsen-verschiebt-b1-vorgabe-fuer-franzoesisch-und-spanisch-auf-ende-jahrgan-3135071
https://www.mt.de/regionales/niedersachsen/Schueler-muessen-Fremdsprachen-erst-spaeter-koennen-24331749.html

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