„Geschlechterspezifische Themen im Spanischunterricht anhand von Liedern behandeln“ von Marie-Astrid Schröder-Lother

Im Kontext struktureller Gewalt in Guatemala analysieren Schülerinnen und Schüler mit dem Musikvideo „Ni Una Menos“ von Rebeca Lane geschlechtsspezifische Gewalt, deren Ursachen und Gegenstrategien. Der Song steht für feministisches Empowerment und kollektiven Widerstand.

Ermordet, weil sie Mädchen bzw. Frauen[1] sind 

Laut eines Reports der United Nations Office on Drugs and Crime und der UN Woman (UNODC, 2021) wird alle 12 Minuten weltweit eine Frau von Angehörigen ermordet oder tödlich verletzt (Destatis, 2023). Dies wird als Femizid (spanisch: femicidio) bezeichnet, welcher die gezielte Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts (in der Regel von männlichen Tätern) beschreibt, die oftmals im Zuge einer (brutalen) Misshandlung oder eines Sexualdeliktes begangen wurde (Russel & Van de Ven 1976, S. 104; Russel, 2001). In Lateinamerika modifizierte Marcela Lagarde den Begriff zu feminicidio, um damit den spezifischen Kontext systematischer und staatlich tolerierter bzw. geförderter Frauentötungen zu kennzeichnen (Lagarde y de los Ríos, 2010). Ein besonders gravierendes Beispiel hierfür ist Guatemala, das weltweit zu den Ländern mit der höchsten Femizid- und Gewaltrate zählt (INE, 2021).

Historische Ursprünge und Ursachen

Die Wurzeln dieser Gewalt reichen bis in die Kolonialzeit zurück, in der Machismus und Rassismus tief verankert waren und sich in einem „Überlegenheitsgefühl“ der Mestizen gegenüber der Maya-Bevölkerung manifestierten (Hornberger, 2018). Die Kolonialisierung etablierte eine hierarchische Gesellschaftsordnung: an der Spitze standen die aus Spanien stammenden Peninsulares, gefolgt von den in der Kolonie geborenen Criollos, den Nachkommen spanischer Männer und indigener Frauen (Mestizos) − oft Folge sexualisierter Gewalt − sowie den Nachfahren der Mestizen (Ladinos) und schließlich der Maya-Bevölkerung (Indígenas) (Brunner, Dietrich & Kaller, 1993, S. 28).

Die hierarchische Gesellschaftsordnung mit Beginn der Kolonialisierung

Diese ethnisch und sozial differenzierte Struktur prägt bis heute die Besitz- und Machtverhältnisse, die auf der Trennung zwischen einer sich als „zivilisiert, gebildet und weiß“ definierenden Elite und einer als „unzivilisiert und ungebildet“ stigmatisierten indigenen Bevölkerung beruhen (Hornberger 2018). Während des Bürgerkriegs (1960 − 1996) begünstigten diese Strukturen den Völkermord an indigenen Gemeinden, bei dem sexuelle Gewalt gegen Frauen, Misshandlungen und gezielte Tötungen strategisch eingesetzt wurden, um Widerstand zu brechen und Gemeinschaften zu destabilisieren (Casaús, 2010, S. 5; Zierke et al., 2015, S. 12 − 14; Hornberger, 2018).

Femizide: Aktuelle Situation in Guatemala

Die historischen Gewaltmuster wirken bis heute fort und prägen den Alltag vieler guatemaltekischer Frauen, der von sexueller und patriarchaler Gewalt geprägt ist. Diskriminierung, Misshandlungen, sexualisierte Gewalt und vorsätzliche Tötungen sind weit verbreitet, und nur wenigen Betroffenen gelingt der Ausstieg aus der oftmals generationenübergreifend weitergegebenen Gewaltspirale. Die Zahlen sind alarmierend: Allein in der ersten Jahreshälfte 2021 wurden über 600 Femizide registriert; zwischen 2008 und 2021 waren es mehr als 11.000 (INE, 2021). Aufgrund einer hohen Dunkelziffer ist von einer erheblich größeren Anzahl nicht gemeldeter Fälle auszugehen.

Zur Bekämpfung dieser Gewalt wurde 2008 das Ley contra el Feminicidio y Otras Formas de Violencia contra la Mujer verabschiedet, das Gewalt an Frauen und den Tatbestand des Femizids in die Strafgesetzgebung integrierte (Steinl & Streuer, 2023). Ein Femizid kann demnach mit 25 bis 50 Jahren Haft geahndet werden. Trotz seines Vorreiterstatus in der Region bleibt die Umsetzung jedoch unzureichend: Hohe Opferzahlen stehen einer geringen Verurteilungsquote gegenüber, was unter anderem auf Untätigkeit staatlicher Institutionen, mangelhafte Beweissicherung, unzureichende Dokumentation und die delegitimierende Behandlung von Zeugenaussagen zurückzuführen ist. Diese Faktoren tragen zu einer ‚Kultur der Straflosigkeit‘ bei, in der bislang nur rund ein Drittel der Verfahren zu rechtskräftigen Urteilen führt. Zusätzlich offenbaren offizielle Statistiken Schwächen in der Anwendung des Gesetzes: Staatsanwaltschaften und Gerichte greifen häufig auf das Allgemeine Strafgesetzbuch (StGB) zurück statt des speziell dafür vorgesehenen Femizid-Gesetzes, was zu unangemessenen Strafen führt und dem Prinzip der gerechten Strafzumessung widerspricht (Zierke et al., 2015).

Als Reaktion auf die strukturelle Diskriminierung formieren sich in Guatemala zunehmend Frauen in aktivistischen Bewegungen wie Ni Una Menos. Zu den prominentesten Stimmen zählt die guatemaltekische Sängerin Rebeca Lane, die sich öffentlich gegen geschlechtsspezifische Gewalt und alltägliche Diskriminierung engagiert.

Das Lied „Ni Una Menos“ von Rebeca Lane

Die guatemaltekische Sängerin Rebeca Lane, die sich als mestiza und ladina identifiziert und sich der clase mediana zuschreibt (Bosch, 2016), setzt sich in ihren Texten unter anderem mit der gewaltsamen Geschichte Guatemalas auseinander, etwa durch die Thematisierung des gewaltsamen Verschwindens ihrer Tante während des Bürgerkriegs. Darüber hinaus behandelt sie die Folgen kolonialer Herrschaft sowie die gesellschaftliche Verankerung patriarchaler Strukturen. Innerhalb der Hip-Hop-Szene ist Rebeca Lane als sogenannte Femcee (weibliche Rap-Künstlerin) und Aktivistin bekannt, die sich für die Rechte aller Frauen einsetzt und so als Sprachrohr marginalisierter Frauen weltweit fungiert, insbesondere in ihrem Heimatland Guatemala. Mit der bewussten Wahl des Liedtitels „Ni Una Menosverweist sie direkt auf die gleichnamige feministische Protestbewegung, die 2015 in Argentinien ins Leben gerufen wurde. Durch diese Bezugnahme bringt sie ihre transnationale Solidarität mit den Forderungen der Bewegung zum Ausdruck und überträgt deren zivilgesellschaftliche Anliegen in den spezifischen gesellschafts- und gewaltpolitischen Kontext Guatemalas. Indem das Lied geschlechtsspezifische Gewalt, frauenfeindliche Stereotype, Femizide sowie strukturelle Ungleichheit expliziert problematisiert und zum kollektiven Widerstand aufruft, konstruiert es eine emanzipatorische weibliche Subjektposition, die jener von Männlichkeitsdominanz geprägten Tradition im Rap bewusst entgegengestellt wird. Somit kann die Arbeit mit dem Lied und dem Musikvideoclip im Spanischunterricht den sozialen Diskurs begünstigen, patriarchale Strukturen und Normen bzw. Ungerechtigkeiten zu hinterfragen und die Forderung nach Veränderung einer Gesellschaft, des Empowerments und des Widerstandes zu erkennen. Vor dem Hintergrund, dass in jeder Lerngruppe Schülerinnen und Schüler (SuS) mit traumatischen Erfahrungen, wie etwa Gewalterfahrungen im familiären oder sozialen Umfeld, konfrontiert sein können, erfordert die Auseinandersetzung mit der Thematik eine besondere Sensibilität. Dies ist besonders relevant, da das Thema Gewalt bei den betroffenen SuS oder Jugendlichen potenziell auslösende (triggernde) Effekte hervorrufen kann

Marcha contra la violencia femenina

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit eignet sich für die Jahrgangsstufen 12 − 13 (Sek II, als spätbeginnende Fremdsprache oder fortgeführter Spanischkurs) bei einem Sprachniveau von B1+ bis B2 und einem Zeitrahmen von 5 − 8 Doppelstunden, je nach Vertiefung und Differenzierung.

Calentamiento: Hablar sobre la música/ el rap/ los videoclips

Als erste Hinführung (= Aufwärmphase) zum Lied bietet die Beantwortung allgemeiner und themenspezifischer Fragen zum Thema Musik, Rap und Videoclips den SuS die Möglichkeit, ihr thematisches Vorwissen zu aktivieren, über Meinungen bzw. Erfahrungen zum Thema zu sprechen und ihre Aussagen zu begründen (M1). Diese Aufwärmphase kann im Rahmen eines Kugellagers oder der Marktplatzmethode durchgeführt werden, da das freie Sprechen und aktive Zuhören trainiert und der individuelle Sprachumsatz der SuS im geschützten Raum erhöht wird sowie Sprechhemmungen gerade am Anfang abgebaut werden. Das Bewegungselement, hier das Weiterrücken im Kreis, verstärkt die Konzentration (Grieser-Kindel, 2017, S. 82, S. 168). Der Ablauf kann visuell unterstützt werden, indem die Fragen als PowerPoint-Präsentation aufgezeigt werden und ein Zeitlimit für jede Frage gesetzt wird. Um die Argumentation sprachlich weiter zu unterfüttern, können Redemittel zur Begründung herangezogen werden. Je nach Wissensstand der Lerngruppe könnte ein Exkurs zum Thema Rap/Hip-Hop (z. B. Thematik, Ursprung, musikalische Elemente etc.) oder eine Vertiefung der stilistischen Filmmittel sinnvoll sein.

Antes del visionado

Die Lehrkraft (L) leitet im Sinne der Weg-Ziel-Transparenz in die Stunde ein: „Vamos a escuchar una canción que juega un papel social importante en Latinoamérica. Vuestra tarea será descubrir de qué trata y cómo lo expresa“. Der Clip beginnt zunächst mit einer Aufblende (Weißblende), sprich einer schwarzen Fläche, die sich allmählich aufhellt und das eigentliche Bild sichtbar macht (hier: die weltweit stattfindenden Proteste der Bewegung Ni Una Menos, sodass es sich hier anbietet, zunächst auf diese Thematik einzugehen. Hierzu beschreiben die SuS mittels der think-pair-share-Methode vier Standbilder (alternativ: kurze Anfangsszene) aus dem Videoclip unter dem Motto Ni Una Menos (NUM) (M2, Aufgabe 1) und erläutern, wofür sich die dargestellten Personen und Gruppen einsetzen, welches Problem sie wahrnehmen und wofür Ni Una Menos stehen könnte (M2, Aufgabe 2). In der sich anschließenden arbeitsteiligen Texterschließung zur NUM-Bewegung (Grupo 1: fragmento de texto 1+2, G2: f3+4, G3: f5+6, G4: f7+8) arbeiten die SuS die wichtigsten Informationen wie die Entstehungsgeschichte und Hintergründe zur transnationalen feministischen Bewegung sowie ihre Forderungen und Auswirkungen heraus, die präsentiert und von den SuS stichpunktartig auf dem Arbeitsblatt festgehalten werden (M3, Aufgaben 1+3). Alternativ wäre auch eine lluvia de palabras mittels Word-Cloud als Ergebnissicherung möglich. Zur Festigung des neuen fachspezifischem Vokabulars führen die Lernenden eine gemeinschaftlich geführte digitale Vokabelliste, in der sie relevante Schlüsselbegriffe erfassen und eine kurze Definition oder eine Umschreibung auf Spanisch vermerken (M3, Aufgabe 2). Diese Liste soll im Verlauf der Unterrichtsreihe kontinuierlich erweitert werden und als Hilfsmittel für die Bearbeitung von Aufgaben oder für Diskussionszwecke jederzeit verwendet werden können. Auf Basis der neuen Erkenntnisse formulieren die SuS mündlich erste Hypothesen zum Inhalt des Liedes (M4).

Durante el visionado

Zur Veranschaulichung der Hypothesen der Lerngruppe anhand eines konkreten Beispiels wird nun das Lied „Ni Una Menos“ von Rebeca Lane gehört sowie das dazugehörige Musikvideo[2] betrachtet. Um echte Hör-Seherlebnisse zu ermöglichen, ist es notwendig, den SuS zunächst erste Interpretationsmöglichkeiten anzubieten und einen affektiven Zugang zum Lied zu eröffnen (Blume, 2020, S. 4). Bei der Sichtung der Eingangssequenz (00:00 − 00:40) liegt der Schwerpunkt nicht auf der kognitiven Strukturierung und Erfassung einer Vielzahl von Informationen, sondern auf dem Austausch von ersten Impressionen und dem Erlangen eines ganzheitlichen           Gesamtverständnisses. Dazu wird in einem geschützten Sprachraum in Partnerarbeit die Möglichkeit eines ersten Stimmungsbildes gegeben (M5, Aufgabe 1). Erst in der darauffolgenden vollständigen Sichtung des Videoclips (00:00 − 03:27) wird ein weiteres Stimmungsbild sowie das Nachzeichnen von Handlung und Problematik anvisiert (M5, Aufgabe 2 − 4). Durch das Dokumentieren individuell verstandener Vokabeln mittels Mindmap werden gezielt Verstehensinseln gebildet. Aus Differenzierungsgründen können jedoch auch Kategorien vorgegeben oder ganz weggelassen werden. Durch die erneute Auseinandersetzung mit dem audiovisuellen Material wird ein vertiefter Rezeptionsprozess angestoßen, der es den Lernenden ermöglicht, die inhaltlichen Kernaussagen des Raps methodisch zu erfassen.

Feminismo
Femenismo

Después del visionado

Damit das Kunstwerk als mehrkanaliges Kunstwerk wertgeschätzt und nachvollzogen werden kann, sollen nun Liedtext und der Videoclip in einen Dialog gebracht werden, indem sich die SuS im Rahmen eines dreischrittigen think-pair-share-Erarbeitungsverfahrens damit auseinandersetzen, welche ästhetischen und inhaltlichen Mittel Rebeca Lane zur Darstellung und Kritik geschlechtsspezifischer Gewalt in ihrem Lied und im dazugehörigen Musikvideo nutzt (M6, Aufgabe 1). In Anknüpfung daran sollen die SuS analysieren, wie die Künstlerin im Lied das Empowerment von Frauen auf mehreren Ebenen fördert und gleichzeitig das Individuum als Teil eines kollektiven nosotras verortet, das sich gegen patriarchale Gewalt erhebt. Das Musikvideo unterstützt diese Transformation visuell (M6, Aufgabe 2). Im abschließenden Schritt diskutieren die Lernenden, inwieweit das Lied transformative Potenziale aufweist (M6, Aufgabe 3).

Más allá

Im Hinblick auf Identitätsfindung ist eine kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterstereotypen unerlässlich. Daher sollen die SuS sich zunächst mit jenen ihnen bekannten bzw. der potenziell in Guatemala vorherrschenden Stereotypen auseinandersetzen (M7, Aufgabe 1), um darauf aufbauend ihren prä-/deskriptiven Charakter sowie Auswirkungen zu thematisieren. Da das Musikvideo die Vielfalt der in den Liedstrophen thematisierten Stereotypen und Problematiken nur teilweise visualisiert, wird der Liedtext als zentrale Grundlage für die arbeitsteilige Analyse herangezogen (M7, Aufgabe 2). Der Kurs wird zunächst in vier Gruppen aufgeteilt. Im ersten Schritt setzen sich jeweils vier SuS in Expertengruppen mit den ihnen zugewiesenen Strophen auseinander. Im zweiten Schritt entstehen Mischgruppen mit je einem/r SuS aus den Expertengruppen. Jede/r SuS stellt nun Ergebnisse vor, die stichpunktartig an der Tafel festgehalten werden. Dieser Schritt unterstützt das

Verständnis der Lernenden und hilft ihnen bei der Erfassung der Kernthematik. In einem nächsten Schritt setzen sich die SuS mit den der geschlechtsspezifischen Gewalt zugrunde liegenden Gründen auseinander (M7, Aufgabe 3) und denken in einem letzten Unterrichtsgesprächsschritt über Handlungsmöglichkeiten von gewaltgeprägten Mädchen und Frauen nach (M7, Aufgabe 4). Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist auch für männliche Schüler von besonderer Relevanz, da der Abbau geschlechtsspezifischer Gewalt die aktive Mitverantwortung aller Geschlechter erfordert. Das Lied ermöglicht ihnen, entsprechende Gewaltstrukturen zu erkennen, kritisch zu reflektieren und diesen im Alltag aktiv entgegenzuwirken. Darüber hinaus eröffnet es einen Raum zur Hinterfragung tradierter Männlichkeitsvorstellungen und ermutigt zur Entwicklung alternativer, gewaltfreier und respektvoller Geschlechterrollen. Nicht zuletzt fordert das Lied Jungen und Männer dazu auf, sich mit den Erfahrungen von Frauen auseinanderzusetzen und sowohl im privaten als auch im öffentlichen Kontext solidarisch zu handeln.

Mögliche Anschlussformate
1. Auseinandersetzung mit konkreten Fällen (z. B. Litzy Cordón, Laura Hernández und Mindi Rodas)
2. Untersuchung der Arbeit der Fundación Sobrevivientes (z. B. Opferunterstützung, gesellschaftliches Engagement)
3. Kontextualisierung des Liedtitels und der Protestästhetik
4. Analyse der verwendeten Stilmittel (z. B: Metaphern, Wiederholungen, Kontraste etc.)
5. Vergleich Guatemala − Deutschland; Rolle von Staat, Kirche, Familie
6. Intertextueller Vergleich (z. B. mit dem Lied „Antipatriarca“ von Ana Tijoux)
7. Handlungs- und produktionsorientierte Aufgaben (z. B. Kurzkritik auf YouTube, kreative Weiterdichtung von Strophen, Erstellung eines lyrischen Paralleltextes, Entwicklung einer Kampagne, Gestaltung eines Info-Leitfadens, Erstellung eines Videos oder Organisation eines Thementags

Fazit

Obgleich die Bewegung Ni Una Menos ihren Ursprung in Lateinamerika hat, ist die Problematik von häuslicher Gewalt, sexueller Belästigung und Femiziden auch in Deutschland sowie weltweit in erheblichem Maße präsent. Das Lied fungiert als Sensibilisierungsinstrument für diese gesellschaftlichen Herausforderungen und appelliert an ein aktives Handeln. Vor diesem Hintergrund lässt sich feststellen, dass Ni Una Menos auch für deutsche SuS von Relevanz ist, da es eine Verbindung zwischen globalen sozialen Problemlagen und lokalen Diskursen zu Gleichberechtigung, Menschenrechten sowie gewaltfreiem Widerstand herstellt. Darüber hinaus unterstützt das Werk die Förderung von Empathie, kritischem Reflexionsvermögen und die intensive Auseinandersetzung mit einer bedeutenden sozialen Bewegung.

Endnoten

[1] Aus Gründen der Lesbarkeit wird im Verlauf des Artikels das Wort Frauen benutzt, welches weiterhin Mädchen und Frauen miteinschließt.

[2] Auf YouTube unter folgendem Link: https://www.youtube.com/watch?v=VbQ_yOlzWTs.

Bibliografie

Zur Autorin

Marie-Astrid Schröder-Lother ist Studienrätin für Französisch, Spanisch sowie Deutsch als Zweit- und Fremdsprache am Albert-Einstein- Gymnasium in Hameln.

Materialien:

  • Diskriminierung von Frauen: Woher kommt das Patriarchat? (Material 7)

    21.10.2025

  • Feminismo para torpes: del chiste a la violación, así funciona la pirámide de la violencia machista (Material 7)

    21.10.2025

  • Caja de Herramientas, Capítulo 9: Violencias (Material 7) – Geschlechterspezifische Themen im Spanischunterricht anhand von Liedern behandeln

    21.10.2025

  • Material zur geschlechterspezifischen Themen im Spanischunterricht anhand von Liedern behandeln

    17.10.2025

  • Rebeca Lane – Ni una menos

    17.10.2025